Von Hofläden, Regioboxen, Milchtankstellen und so weiter.

Monat: September 2021

Von Milchtankstellen, Milchzapfstellen, Schnitzeln, rumlaufendem Rindfleisch, Nutztierschutz & Kinderbüchern

Das geöffnete Kochkästchen

Nachdem wir letzte Woche dann das „Kochkästchen“ vom Kürbishof geöffnet haben und ganz angetan von der zauberhaften Idee waren, haben wir zwei Tage später in der Küche „Nachwuchs“ bekommen. Ein Mörser/Grater ist eingezogen und der ist etwas spezieller. Nicht zu groß, aus Gusseisen und „geschlossen“. Da Junior auch Gewürze zerreiben soll, sollte es ein Mörser werden, mit dem er klar kommt und wo die Gewürze „nicht abhauen“ können. Im Endeffekt zwei ineinander gestellte Becher und mit einem Kilo Gewicht ziemlich perfekt! Dekorativ, staubsicher, bruchfest und nicht sehr groß. Zur Not kann man den inneren Becher ob der geriffelten Unterseite und des Gewichtes wahrscheinlich noch als Fleischklopfer benutzen.

Das „Kochkästchen“ und unser neuer Mörser

Umgesetzt haben wir auch unseren „Schnitzeltest“. Wir haben bei Meemken & Sandman zwei Schnitzel gekauft. Eines aus dem „Bauer & Metzger“-Programm mit mehr Tierwohl und ein konventionelles. Die Unterschiede kann man sehen – und beim Verarbeiten merken, weil das Fleisch von „Bauer & Metzger“ marmorierter und so in sich „stabiler“ ist. Es lässt sich nicht so platt klopfen wie ein konventionelles Schweineschnitzel. Geschmacklich waren für uns beide gleich. Wir machen das irgendwann noch einmal und dann gibt es dazu auch ein paar Fotos.

In der letzten Woche mussten wir wieder zum Neuro-Onkologen nach Oldenburg. Den Tag haben wir dann auch dafür genutzt, endlich diese „fensterlosen Kuhställe“ zu fotografieren. Vielen Dank an die Familien Klockgether und Röbken.

Die 420 hat sehr, sehr gut aufgepasst, das keine andere Kuh an den „komischen Menschen mit Rollen dran“ rankommt! Durch das Tor geht es übrigens auf die Weide runter und wie man sieht, hat der Stall keine Fenster.

Ebenso haben wir ein Bild von dem kleinen Hofladen von Familie Ohliger aus Wahnbek-Ipwege gemacht, die einen Mobilstall für Hühner haben und neben Eiern auch Nudeln aus ihren Eiern anbieten. Beim Hofladen Paradies in Tweelbäke haben wir auch vorbei geschaut (hatte zu) und dann waren wir noch in Hude-Wüsting bei Heinemanns.

Hofladen Oliges in Wahnbek-Ipwege.

Ich habe gelernt, dass „Milchtankstelle“ ein Begriff ist, den sich Firma Hensing gesichert hat und den nur die Kunden benutzen dürfen, die deren Milchzapfautomaten haben. Firma Hensing hat auch eine Karte, auf der die von ihnen verkauften Milchzapfautomaten verzeichnet sind. Damit ist die Frage geklärt, warum einige Höfe ihre Teile „MilchTANKstelle“ nennen und andere ihr Angebot „MilchZAPFstelle“.

Hofladen Heinemann in Hude-Wüsting mit Milch, Regiomaten, Obst und Gemüse.

Ziemlich am Anfang haben wir diese Karte (klick mich, ich bin ein Link) auch gefunden und waren überrascht, wie umgerechnet „wenig“ Milchtankstellen es gibt und das die „Zusatzinformationen“ eigentlich ausschließlich die Adressen sind… na ja. Also falls die Höfe dafür tatsächlich bezahlen müssen, dort auf der Karte gelistet zu werden, ist das schon „uff“. Dass es tatsächlich viel mehr Möglichkeiten für Milch direkt ab Hof gibt, haben wir dann nach und nach mitbekommen. Wieder etwas, wo ich denke, dass „Land-Laden-Lecker“ eine gute Sache ist. Denn uns ist es völlig wumpe, von welcher Firma ein Automat ist. Es zählt nur, dass man mit Hilfe dieses Teils frische Milch (Käse, Butter, Eier, Eingemachtes, Fleisch, Wurst… ) direkt vom Hof / Schlachter etc. bekommen kann um so möglichst direkt regionale Lebensmittel zu bekommen.

Nudeln aus hofeigenen Eiern sind übrigens voll im Trend. Hier das Angebot von Hof Meyer aus Altenoythe, die nun auch Nudeln anbieten. Wer sich über den Preis aufregt: was meint ihr, woher die großen Firmen ihre Eier bekommen? Aus Freilandhaltung mit mehr Tierwohl oder aus Massentierhaltung so günstig und viel wie möglich?

Es ist uns auch völlig wumpe, ob ein „Hofladen“ ein Raum in einem Haus mit direkter Bedienung ist, eine Hütte mit Selbstbedienung und „Kasse des Vertrauens“ oder halt ein Automatenangebot. Wichtig ist, dass es so etwas überhaupt gibt und das diese Angebote und Möglichkeiten bekannter werden. Übrigens habe ich bei der Recherche gleich die Möglichkeit genutzt, bei Hof Thieken (klick mich, ich bin ein Link) in Molbergen Rindfleisch zu bestellen, das gerade noch rumläuft und frisst. Es fehlen noch 30 % verkauftes Tierwohlfleisch, bis das Rind zum Schlachter geht. Auch das ist ungewohnt: Fleisch bestellen, dass noch auf der Weide herumläuft und zu wissen, man muss da noch ein paar Wochen drauf warten. Spannend auf jeden Fall!

Dann hatte ich ja noch einen Artikel über Zäune angekündigt – und ich suche auch ganz fleißig nach „Zaunbauvorgaben“ – aber es ist mitunter gar nicht so einfach, welche zu finden. Aber sehr spannend ist es dennoch, weil nämlich mit der Begründung „Naturschutz“ ein ziemliches Paradox entstanden ist. Durchgelesen habe ich mir mittlerweile auch die Tierschutz-Nutztierverordnung (Klick mich, ich leite dich zu dem PDF). Da macht es gleich viel mehr Spaß, sich mit dem Thema „Wie kommen manche Leute auf ihre Vorstellung von Landwirtschaft?“ zu befassen und Kinderbücher zu dem Thema darauf durchzugucken. Insbesondere dann, wenn Autor:innen damit Stimmung machen wollen, wie bei „Henne Hedwig“.

Da wurde ich neugierig. Wie wohl der „schönste Bauernhof der Welt“ aussieht? Ich sach mal so: Das Buch ist der Grund, warum ich in Zukunft auch Kinderbücher auf die Einhaltung der Tierschutz-Nutztierverordnung durchgucken werde. „Der schönste Bauernhof der Welt“ fällt da dann schon mal durch.

Da manche Dinge im Leben so völlig anders laufen wie gedacht, haben wir fast alle Kinderbücher von früher nicht mehr. Das waren auch viel Petterson und Findus und Mama Muh. Wer nun irgendwelche Kinderbücher rund um das Thema Bauernhof übrig hat und nicht weiß, wohin damit: HIER! Es wäre mir mittlerweile tatsächlich ein Anliegen, die nach „Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht“ durchzusehen und ich freue mich über jedes, dass ich nicht selbst kaufen muss, egal ob neu oder antiquarisch.

Neu auf den Listen sind: Hof Thees, Wardenburg, Kartoffelhof Mester, Wardenburg, Hof Heinemann, Hude-Wüsting, alle OL; Hof Thieken, Molbergen, CLP; Mühlencafe Schoof, Krummhörn-Greetsiel, AUR; Ellbergs Kartoffelvielfalt, Barum, LK UE, Niedersachsen-Tab ganz unten! Damit sind jetzt 201 Adressen (seit Anfang Juli) gelistet.

Von Weidezäunen, Kürbissen, sattem Glück, Äpfeln mit Birnen vergleichen und Hühnern

Oh man, der Artikel über die wolfsicheren Zäune und die Massenhaltung von Wölfen ist ja ganz schön eingeschlagen! Also für meine Verhältnisse. Ich habe noch sehr viel darüber nachgedacht, wenn wir unterwegs waren. Einer der interessantesten Lektionen, die ich im Leben gelernt habe ist die, zu hinterfragen. Dabei ist die spannendste Frage oft: WER PROFITIERT DAVON? Und so lange man immer wieder zu einem Thema die Frage stellen kann und sich damit beschäftigt, wird es richtig interessant! Es geht in Wirklichkeit nicht um den Wolf, Tierschutz oder die Landwirtschaft. Warum es gar nicht darum gehen KANN, werde ich euch in den nächsten Wochen ein bisschen erklären. Es gibt aber schon mal ein Foto als Vorschau, das ich diese Woche gemacht habe:

Hier seht ihr eine Hereford-Rind auf einer typischen Moorweide.

Wir waren mit dem Sacco-Cart im Moor unterwegs um den „scheiß Kopf“ abzulenken und haben dabei eine wunderschöne Gruppe Hereford-Rinder gesehen. Ich habe gleich ein paar Fotos gemacht und Nick gefragt, ob er auch mit ans Tor kommen möchte, dann wäre er dichter bei den Tiere dran. So standen wir kurz darauf beide am Weidetor und haben uns über die Tiere unterhalten, die uns ganz neugierig angeschaut haben – und ich hatte einen Sohn, der für einen Moment sichtlich glücklich war, wieder so dicht an Rindern sein zu können.

Gefunden haben wir auch endlich den Hofladen von Schulte in Lastrup, die zwei Verkaufsautomaten aka „Fleischereifachverkäuferinnen“ durchgehend zugänglich haben. Neben den Produkten von Schulte findet man dort auch ein paar Sachen von Kalieber, die faktisch auf der Rückseite von Firma Schulte ihren Stützpunkt in Lastrup haben und nur Fleisch aus Betrieben verarbeiten, bei denen Tierwohl auf hohem Standard umgesetzt wird. Geworden ist es für uns – damit ich mal Bratwurstpause habe – fertiges Gulasch von „Glück-Satt“ im Einmachglas. Glück-Satt (klick mich, ich bin ein Link) kannten wir auch noch nicht, ebenfalls eine tolle Entdeckung!

Verkaufsautomaten bei Schulte in Lastrup. Mittlerweile sind diese erneuert und jetzt kann man auch mit EC-Karte bezahlen.

Da Schulte im Gewerbegebiet neben Böckmann ist, gibt es natürlich auch viel mehr dort zu sehen. Am interessantesten fand ich die Aufsätze für die Pferdeanhänger, wie die so auf dem Boden rumstanden. Pragmatisch gesehen: „geiler Scheiß!“ und viel zu schade, um nur als Pferdeanhänger verbaut zu werden.

Ebenso waren wir in Lastrup-Hemmelte beim Regiomarkt24. Davon hatte Marie uns schon erzählt und da wir fürs Sacco endlich einen Teil der Rückbank ausgebaut haben wollten, hat es sich angeboten auf der Rücktour von der Schrauberhalle dort Halt zu machen. Und einfach nur „boah… geil… und WAS FÜR CHANCEN für manch ein Dorf!!“.

Verschiedene Kürbissorten unter einem Baum

Dann brauchte ich Kürbis und habe „um die Ecke“ an der Pehmertange zwar Kürbis bekommen – aber da ist bei der großen Auswahl nichts genauer beschrieben was es für Sorten sind. Also haben wir jetzt einen grünen Hokkaido. Aber ich wollte so gerne auch noch einen Butternut-Kürbis und einen Muskatkürbis. Deshalb sind wir zum Kürbishof (Klick mich, ich bin ein Link) nach Papenburg gefahren. Auch das war echt ein Erlebnis. Wusstet ihr, dass es so kleine essbare Kürbisse gibt, dass jeder einen eigenen kleinen gefüllten Kürbis bekommen kann? Der Kürbishof hat derzeit auch Sonntags ein paar Stunden offen – es lohnt sich!

Dann waren wir gestern wieder „scheiß Kopf ablenken“ und sind „irgendwo im Nirgendwo“ gelandet. Also eigentlich habe ich geschaut, ob ich irgendwo einen „fensterlosen Kuhstall“ finde, ohne extra nach Wahnbek fahren zu müssen. In den sozialen Medien bekomme ich ja immer mal wieder mit, was manche Leute so für Vorstellungen von Landwirtschaft und wo ihre Milch herkommt haben. Meistens denke ich mir dann „WAS ZUM TEUFEL???“ und mitunter versuche ich dann, ein bisschen zu erklären. Aber wenn jemand dann „ich hätte gerne Milch von Kühen, die auf der Weide sind und am Besten noch ihr Kalb bei Fuß haben, weil mein Pferd steht ja auch 24/7 auf der Weide!“ fordert, dann reißt auch mir irgendwann der Geduldsfaden. Immerhin habe ich jetzt glaube ich eine gute Antwort: „Wenn du schon Äpfel mit Birnen vergleichst und denkst, dass Pferde und Kühe die gleichen Bedürfnisse haben, dann frage ich mich, warum du Klamotten trägst, Auto fährst und eine Wohnung hast. Denn der Mensch stammt vom Affen ab und dann könntest du ja genau so gut die meiste Zeit nackt auf allen Vieren laufen, auf einem Baum sitzen und Früchte essen!“. Aber ich überlege tatsächlich schon länger, woher manche Menschen ihr Bild vom Bauernhof haben. Wer eine Idee hat, gerne her damit!

Ein weiteres Bild als Vorgeschmack auf den nächsten Artikel zum Thema Wolf

Gelandet sind wir auf der Straße der Megalithkultur (auch mich kannst du klicken) und bei dem Großsteingrab der Poldersteine. Ich glaube, 5 der Gräber an der Straße der Megalithkultur haben wir dann mittlerweile besucht. An den Poldersteinen, die etwa 3000 vor Christus entstanden sind, kann man gut sehen, das auch schon damals der Grundsatz herrschte „was nicht passt, wird passend gemacht“.

Hier leben unten Hühner, oben Greifvögel und alles unter den „bösen vogelzerstückelnden Windrädern“. Sieh mal einer guck!

Ein Stück weiter haben wir dann eine riesige Freilauffläche mit einem Hühnerstall drauf gesehen. Absolut toll und mit alten Eichen bewachsen. In den Bäumen leben Greifvögel, die auch kein Problem mit den Windkraftanlagen dort haben, schließlich wohnen sie unter einer. Entsprechend gab es faszinierende Eindrücke in das Verhalten von Hühnern und Greifvögeln und ich habe mal wieder enorm bedauert, kein Teleobjektiv zu haben.

Neu in den Listen sind diese Woche: Bauer Jan Wilhelm/Hubertushof, Neuharlingersiel; Ostfriesische Milchkanne, Norden; Zenker Gemüsehof, Norden; Naturlandhof Leerhof, Südbrookmerland; Biolandbetrieb Meedehof, Südbrookmerland; Hofladen Claaßen, Aurich; Hofladen Rechtsupweg, Rechtsupweg alle Landkreis AUR, Biolandhof Kruse, Bramsche, LK OS (Tab Niedersachsen), Fleischerei Schulte, Lastrup, CLP. Damit sind 195 Adressen gelistet.

Der Weidetag zum Thema Wolfschutzzäune und „meine zwei Cent dazu“

Letztes Wochenende war „Weidetag“ auf Hof Habbena in Krummhörn. Zusammen mit Schäfern und der Landwirtschaftskammer wurden wolfssichere Zäune vorgestellt und es gab ziemlich viel Infomaterial, wie bei welchen Tieren Weiden am Besten wolfssicher einzuzäunen sind. Auch wenn das interessant ist – der wolfssicherste Zaun ist immer noch der, der nicht gebaut werden muss. Letztlich ist aber eine Art „Massentierhaltung“ von Wölfen in unserem Land erstrebenswertes Ziel, aber weil die ja draußen leben und das Symbol für Urtümlichkeit, Wildheit und Freiheit sind würde ja nieeeee jemand von „Massentierhaltung“ (oder eben Überpopulation) bei Wölfen sprechen.

Schild über wolfsabweisende Zäune an Rinderweiden

Menschen sehen nur immer, dass ihr verniedlichter „Sofawolf“ der mit einem realen Wildwolf so gar nichts mehr gemein hat, ja völlig zufrieden mit seinem minimalen Aktionsradius ist und Futter im Napf vorfindet, dass oft nicht mal mehr ansatzweise nach „waren mal Tierteile“ aussieht. Oder in einem über zwei Meter hoch mit Gitterstabmatten und nach innen gezogenen zusätzlichen Elektrolitzen gegen überklettern gesicherten Wildparkgehegen bei Wolfsrudeln „Friede, Freude, Eierkuchen“ herrscht. Auch Gehegewölfe bekommen ihr Futter tot und in ausreichender Menge serviert. Weil eine Lebendfütterung aus Tierschutzgründen nicht erlaubt ist. Also aus Tierschutzgründen für das Futtertier.

Natürlich gibt es jetzt wieder „Wolfskuschler“ die maulen und protestieren werden. Aber eigentlich ist es ganz einfach: Wenn man nach der Reviergröße eines Wolfes sucht, findet man die Angabe 33 – 6.300 QuadratKILOMETER. Für EINEN Wolf. Je nach Nahrungsangebot kann die Reviergröße auch kleiner sein – aber man sollte tunlichst doch die Nutztiere aus dem „Nahrungsangebot“ für Wölfe herausrechnen.

Die Fläche der Bundesrepublik beträgt 357.580.98 QuadratKILOMETER. Das klingt erst einmal ziemlich viel. Davon gehen aber Siedlungs- und Verkehrsflächen ab, die etwa 51.489 QuadratKILOMETER betragen. Dann bleiben zwar immer noch über 300.000 Quadrat-kilometer übrig, aber wer sich hier im Land umschaut wird schnell merken, das es nicht endlose unberührte Weiten sind, sondern Feld, Wald, Wiesen und Ackerflächen. Die Fläche, die tatsächlich noch recht ursprünglich und nicht irgendwie genutzt wird, weil es sich um kahle Felsen, Sandflächen, Steilhänge, Moore, Wasserflächen etc. handelt, ist viel, viel kleiner.

Deshalb sollte man als Reviergröße für EINEN freilebenden Wolf durchaus schon 5000 Quadratkilometer veranschlagen. Immerhin muss er sich das Gebiet mit anderen Tieren und vermehrt auch mit Goldschakalen teilen. Je mehr Wildtiere auf einer Fläche, die das gleiche Futter benötigen, desto höher wird das Beschaffungsproblem dafür. Ist doch völlig logisch!

Entsprechend teilt man nun einfach mal 300.000 Quadratkilometer durch 5.000 Quadratkilometer und hat dann eigentlich genau die Anzahl der freilebenden Wölfe für die ganze Bundesrepublik, die letztlich unproblematisch und vertretbar wäre. Das sind 50 Stück. Alles, was darüber hinausgeht, läuft auf mehr und mehr auf problematische Massentierhaltung hinaus. Im Freiland.

Es gibt nicht einmal eine ansatzweise genaue Zahl der Wölfe, trotz Monitoring. Stolz verkündet das BMU auf seiner Wolfsseite: „In ganz Deutschland lebten nach den aktuellen Angaben der DBBW (Stand 02.22.2020) im Monitoringjahr 2019/2020 insgesamt 128 bestätigte Rudel, 35 Paare und 10 territoriale Einzeltiere…“

Ein Rudel sind also mindestens 3 Tiere, oft mehr. Nehmen wir 3 Tiere als Rudel, sind 3 x 128 schon 384 Tiere. Dazu kommen 35 Paare. Also 70 Tiere und die 10 Einzeltiere. Macht dann schon mal 464 Tiere. Plus eben aller, die über die Zahl 3 in einem Rudel sind. Genau DAS ist aber dann eben Massentierhaltung. Von „Tierschützern“ und Politik gewollt, scheiß was auf Freiland und „Wölfe sind Wildtiere“. Das, was Landwirten ständig vorgeworfen wird, ist im Tierschutz für alle anderen Tiere also völlig legitim und schützenswert.

Aber auch eine andere Zahl ist beachtenswert: Es gab 126 Totfunde in dem Monitoringjahr und die meisten nach Verkehrsunfällen. Es ist nun aber nicht so, dass ein Auto kommt, einen Wolf erwischt und der sofort tot ist. Sondern der Wolf ist meistens schwer verletzt, hat enorme Schmerzen und verendet oft jämmerlich, weil erst einmal hinter einem „Fachmenschen“ hinterher telefoniert werden muss, der dann vielleicht nach einer oder zwei Stunden kommt und beschließt, ob der Wolf, so er dann noch lebt, erlöst werden darf oder zusammengeflickt werden muss. Das ist „Tierschutz“ a la Wolfskuschler gegenüber den Tieren, die sie doch so schätzen und achten! Einfach im schlimmsten Fall einen verendeten Wolf qualvoll verrecken lassen anstatt ihn mit einem gezielten Schuß binnen kürzester Zeit zu erlösen. Der Grad vom Tierschützer zum Befürworter für geduldete und erwünschte Tierquälerei ist faktisch fließend.

Es gibt also im Kern selten etwas verlogeneres als den Begriff „Wolfsschutz“ durch Tierschützer a la „Wolfskuschler“ und deshalb ist auch „wolfssicherer Zaun“ einfach nur ein nettes Begriffskleberchen um den Landwirten den schwarzen Peter, noch mehr Arbeit und Kosten in die Schuhe zu schieben. Denn eines ist eigentlich völlig klar: Wenn ein Wolf – oder ein Rudel – Hunger hat, dann springt der notfalls auch über einen Zaun. E-Zaun hin, E-Zaun her und gerade in unwegsamerem Gelände ist es kaum möglich, alle Zäune immer komplett von unten Getrüppfrei zu halten um eine durchgehend hohe Spannung zu gewährleisten. Funktioniert in der Realität einfach nicht ohne erheblichen Zusatzaufwand. Für den Landwirten, nicht für den Wolfsschützer, der auf dem Sofa oder an einem Schreibtisch sitzt und sich echauffiert. Es reicht, wenn Nachts beim Sturm ein Ast auf einen Zaun kracht – oder eben als Hitzebruch.

Aber auch so – lass einfach einen Wolf über einen Zaun kommen und scheißegal was für eine Herde in Panik versetzen. Da hilft kein Schafzaun bei einer Schafherde, wenn da genügend Tiere in Panik angerannt kommen, ist der platt. Dito Weidezaun. Wer meint, dass da so ein netter Stromdraht hilft, soll sich einfach vor den Zaun stellen, wenn 20 Tiere mit einem Lebendgewicht von 500 / 600 Kilo in Panik angerannt kommen.Und stehen bleiben, weil er ja davon überzeugt ist, dass der Zaun hält. Affilio hat übrigens super Patientenverfügungen. Glaubt echt irgendwer, dass so ein Draht dann hält? Wenn ja, brauchen wir übrigens keine fetten Leitplanken mehr an den Straßen, so ein nettes Drahtteilchen reicht dann völlig aus!

Kaum ein Landwirt ist komplett gegen den Wolf, sondern einfach nur dafür, dass der Wolfsbestand auf ein Maß reduziert wird, dass ein unproblematischeres Miteinander leben und mehr Tierschutz auf beiden Seiten ermöglicht. Nicht mehr und nicht weniger.

So, das waren dann meine „zwei Cent“ zum Thema Wölfe in Deutschland. Ich könnte noch was drüber schreiben, das Artenschutz auch andere Tiere als Wölfe betrifft, zum Beispiel die einzig freilebende reinrassige Mufflonherde Deutschlands in Brandenburg, die seit einigen Jahren wohl nicht mehr existiert, weil Wölfe auch Mufflons lecker fanden. Ein kompletter Genpool wertvoller Tiere weg.

Verkaufsstand in Lindern-Großeging mit allerlei Eingemachtem, Eingelegten, Gelees etc.

Neu in den Adressenlisten sind: Pfeiffers Hofladen, Aurich; Schlachterei Ulferts, Münkeboe; Hof Heeren, Pewsum – alle AUR. Ochtersumer Weiderind, WTM; Bäckerei Ripken, Apen, WST; Bakumer Wiesenei, VEC; Hühnermobil Börger, EL. Hühnermobil Börger, Automat in Emstek; Hofloaden Gardewin, Molbergen-Ermke und ein Verkaufsstand in Lindern-Großeging, alle CLP

Über die Hühner vom Nikolaus, Sonnenblumen auf Blühstreifen und Bio mit Gesicht

In wenigen Wochen ist Nikolaus! Deshalb haben wir diese Woche schon mal dessen Hühner besucht. Der Nikolaus steht auf Freilandhaltung. Wollt ihr die auch mal besuchen? Ostendorfs Hühnercamp in Nikolausdorf! Hühner verkörpern geradezu das Klischee vom Dorftratsch und “alles gucken”. Denn die können fast alle im Mobilstall sein und eigentlich nicht sehen, dass ich 20 Meter weiter hinter eine hüfthohen Hecke stehe – rennen die ersten Hühner los, rennen fast alle sofort aus dem Mobilstall und können gar nicht schnell genug am Zaun sein um “zu gucken, was da guckt”. Wir hatten wirklich viel Spaß, weil es so lustig aussieht, wenn die mir ihren “Pluderhosen” herumrennen. Im Verkaufsautomaten beim Hühnercamp bekommt ihr Eier, Eiernudel-Spirellies aus hofeigenen Eiern, Landmann-Chips, Marmelade und Getränke. Im “Wachhäuschen” daneben gibt es Kartoffeln, Kürbis und was an Gemüse gerade im Garten anfällt. Wir haben uns für Nudeln und Chips entschieden, weil wir erst einmal noch massig Eier verarbeiten müssen.

Mobilstall bei Ostendorfs Hühnercamp

Danach haben wir den 3. Anlauf bei Hof Grote in Beverbruch gemacht. Der erste war sehr spät und wir standen etwas irritiert vor dem Regal beim Blumenfeld. Der zweite Anlauf war auch später am Tag, aber immerhin haben wir dann gemerkt, dass wir bis auf den Hof durchfahren müssen und durch die Dielentüre. Beim dritten Anlauf jetzt haben wir es sogar IN die Diele und zu einem wirklich tollen kleinen Hofladen geschafft! Unsere “Beute” hier waren Fenchel- und Waldhonig, Möhren, Paprika und Biobutter von Soebbeke. Ich habe noch nie vorher so fluffige Butter gegessen! Irgendwie sammeln wir übrigens Honig, mittlerweile haben wir 6 verschiedene Sorten direkt von Imkern.

Regiobox am Hühnercamp

Von Hof Grote gibt es einen richtig guten Film zum Thema Blühstreifen (klick mich, ich bin ein Link) und zu ihren Blühstreifenpatenschaften. Seit längerer Zeit sieht man hier ja vor allem die großen Sonnenblumen an den Feldrändern. Das haben wir in Brandenburg auch manchmal gesehen. Der Unterschied: Wenn im Berliner Umland ein Blühstreifen mit Sonnenblumen zu sehen und und das womöglich noch in der Nähe eines Naturschutzgebietes, wo die Städter gen Herbst zu hunderten einfallen um Kraniche zu beobachten, dann gehen mitunter gleiche Leute, die doch so für Naturschutz sind, auf dem Heimweg noch Sonnenblumen auf Blühstreifen plündern. Was hat es mich immer angekotzt, wenn ich das gesehen habe.

Hofladen Grote mit großem Angebot

Im Thünen-Institut läuft derzeit ein Versuch, ZWISCHEN den Maisreihen Blühstreifen anzulegen und so die Biodiversität zu erhöhen. Das ist sehr spannend, der Mais wird zweireihig gesäht und dann kommt ein Blühstreifen. Wer sich mit wissenschaftlichen Fakten statt Stammtischparolen befassen möchte, sollte sich mal auf der Seite des Instituts umsehen (klick mich, ich bin ein Link)

Es gibt auch wieder neue Adressen. Manchmal ist es echt problematisch, da sehe ich unterwegs ein Schild, kann aber nicht immer anhalten und google dann später, was es damit auf sich hat. So wie bei dem großen Hinweisschild “Ökohof Klaus”. Da war ich ja schon neugierig – und dieser Hof hat keinen Hofladen, sondern ist Zulieferer für Naturland und hat ein richtig tollen Hofportrait auf der Seite “Bio mit Gesicht” (klick mich, ich bin ein Link). Denn wir haben tatsächlich viele, viele, viele Biohöfe und solche, die Tierwohl, Bruderhahnhaltung etc. Umsetzen – aber nicht jeder Biohof hat einen eigenen Verkaufs-laden am Hof. Manche sind auch nur Zulieferer und andere verkaufen auf Wochenmärkten.

Da wir aber nicht nur in Sachen Hofladen unterwegs sind, hier mal ein Bild von der Thüsfelder Talsperre. Okay, gegenüber vom Parkplatz ist der Automatenladen „Inkoop24″…

Wir haben gerade in der Gegend hier viele Großställe. Aber nicht jeder Großstall ist “der personifizierte Teufel der Tierhaltung”, was manche Akteure einem gerne einreden wollen – und neben der konventionellen Haltung gibt es eben auch viele Bio- und Tierwohlbetriebe. Da mittlerweile unser geländegängiger Rolliersatz in und mit den gewünschten Treckerfarben gestrichen und wieder zusammengebaut ist, werden wir zusehen, dass wir euch davon noch einige vorstellen können. Falls ihr übrigens irgendetwas metalliges schlagfest lackieren möchtet: Schlepperlack. Beim Pinseln irgendwie unglaublich pampig zu streichen, zieht auch gerne Tropfnasen, aber der Lack ist tatsächlich sehr robust und nicht so “mimimi, ein Kratzer!”.

Neu auf dem Blog sind seit dieser Woche: Bäckerei Uchtmann, Friesoythe-Kampe (CLP), Highland-Cattle von Friedeburg, Friedeburg (WTM), Hof Reuter Ochsenfleisch, Oldenburg (OL), Biohof Hellbaum, Ostercappeln (OS), Arche Wilhelminenhof, Bakum (VEC), Hof Schohusen (OL), Geflügelhof Onken, Bockhorn (FRI), Bio-Hofladen Schwabe, Ovelgönne-Rüdershausen (BRA), Bioland Hofgemeinschaft Maßmann, Menslage (OS)

„Scheiß Kopf“ und wenig Adressen

Für die letzte Woche findet ihr nicht viele neue Adressen auf den Listen. Erst war ein MRT-Termin in Oldenburg, was auch immer viel Zeit in Anspruch nimmt, zwei Tage später war das Gespräch dazu in der Onko-Ambulanz in Oldenburg. Wir haben viel Familie besucht und irgendwie war klar, dass der „scheiß Mitbewohner im Kopf“ wieder wächst, aber das erklärt zu bekommen ist halt dann „Tatsachen schaffen“. Vielleicht können wir durch eine Chemo noch etwas mehr Zeit gewinnen – die hat montag angefangen. Aber auch wenn wir schon lange wissen, dass der „scheiß Mitbewohner im Kopf“ irgendwann gewinnen wird – es ist ein Schlag ins Kontor zu hören, dass er wieder wächst und unsere gemeinsame Zeit wieder sehr endlich geworden ist. Ich freue mich über die Zeit, die wir gemeinsam haben, auch wenn „scheiß Kopf“ ungefähr 50 Mal am Tag zu hören mitunter anstrengend ist. Trotzdem versuchen wir, möglichst oft zu scherzen, zu lachen und – den Umständen angepasst – gut drauf zu sein und etwas zu unternehmen.

In Lastrup haben wir ein „Nickepferd“ gefunden. Damit wird Erdöl gefördert, also haben wir so eine Art „Klein Texas“ in der Nähe. Da rundherum die Pferdeweiden von Böckmann sind und Exxon Mobile das Öl fördert, kommt man sich fast vor wie bei Familie J-R Ewing aus der Serie „Dallas“. Also, ich meine, falls die noch jemand kennt. Früher war das ja alles Brigitta-Elwerat. Es klingt irgendwie lustig, wenn es für Ölförderung auf (fast) ehemaligem Meeresboden Bergbaurechte gibt – ist aber Tatsache.

Ich höre öfters „nur nicht die Hoffnung verlieren!“ wenn ich sage, dass es nicht gut aussieht. Auch wenn ich weiß, dass es eine „ich möchte irgendetwas sagen und haue die nächstbeste Phrase raus, die mir einfällt“ ist – es trifft mich dennoch immer etwas. Ich meine, was denken solche Menschen eigentlich, wenn man ihnen erklärt, dass der Gehirntumor an einer lebenswichtigten und lebenserhaltenden Stelle sitzt und fast alle Optionen ausgeschöpft sind? Dass der sich wie von Zauberhand in Luft auflöst? Wie verlogen wäre es uns selbst gegenüber, zu denken, das schon „alles wieder gut wird!“ und endlos zu hoffen, anstatt die Chance und das Wissen zu nutzen, die restliche Zeit noch so toll wie möglich zu verbringen? Es wird immer und überall so dermaßen viel gelogen und geheuchelt – da sollte man wenigstens ehrlich zu sich selbst und denjenigen, die man liebt sein!

Diesmal haben wir dort auch Eier gekauft! Hofladen der Familie Gardewin in Ermke.

Denn wer Lügen und Heuchelei lebt, weil er damit immer ganz praktisch allem Unangenehmen ausweichen kann, der wird auch genau das von seinem Umfeld bekommen, wenn es ihm mies geht und er sich eigentlich wünscht, dass jemand ihn und seine Sorgen wirklich ernst nimmt. Darüber sollte jeder dann mal nachdenken, ob er so etwas wirklich möchte. Denn im schlimmsten Fall kann das ein Leben kosten. Aber auch dann werden genau diejenigen, die keine Zeit hatten oder sich nicht mehr Mühe gegeben haben, als im Kopf nach Standart-Phrasen zu suchen und sie loszulassen sagen: „Ja, hätte die Person doch mal ein Wort gesagt!“. Diese Verlogenheit vieler Menschen kotzt mich übrigens seit 40 Jahren zunehmend an.

Wir waren am Wochenende mal „ein bisschen weiter unterwegs“ und wie das aussieht, wenn ich sage: „Boah, ist die Landschaft toll, MACH MAL EIN FOTO!“ seht ihr hier. Wir haben wirklich richtig tolle Landschaft gesehen im Emsland, Artland, Osnabrücker Land, Niederrhein (überwiegend im Dunkeln), im Rheinland, Westerwald, Siegerland, Sauerland und Münsterland. War toll und anstrengend, da 800 km in 1 1/2 Tagen und nie schneller als 80/90 km/h.

Aber um auf Land-Laden-Lecker zu kommen: Wir haben eine richtig tolle Bäckerei entdeckt, wo noch urlecker selbst gebacken wird! Ihr findet sie in Kampe „unten“. Also faktisch neben der Hauptstraße den kleinen Weg hinunter. Dort gibt es nette Leute, ganz viel „du“, eine gute Auswahl an Backwaren, Fischbrötchen und Lebensmittel. Das hat uns wirklich gut gefallen und deshalb findet ihr die Bäckerei Uchtmann jetzt auch auf der Liste „Bäckereien und Cafes“-CLP

Ansonsten sind neu dazu gekommen: Honig Göken in Thüle und Honig Diehl in Molbergen, beides auf „Imkerei und Schäferei“ CLP, Urhof Dannemann in Wardenburg-Westerburg (OL) und bei den „Ganzweitweg“-Adressen die Biokäserei in Kappeln, Schleswig-Holstein auf der „Milch, Käse & Melkhüs“-Seite.

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